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Pressemitteilung

Vom historischen Gemüsegarten zur digital vernetzten Pflege

40 Jahre Caritas Altenheim Haus „St. Clemens“

Vom Dorfhospital zur modernen Pflegeeinrichtung

40 Jahre Caritas Altenheim Haus "St. Clemens" - vom historischen Gemüsegarten zur digital vernetzten Pflege

Büren / Fürstenberg, 01.08.2026 - Ein stolzes Jubiläum mit tiefen Wurzeln: Das Caritas Altenheim Haus "St. Clemens" feiert sein 40-jähriges Bestehen unter der Trägerschaft des Caritasverbandes im Dekanat Büren e. V. Doch die Geschichte des Hauses reicht noch viel weiter zurück: Seit über 160 Jahren ist der Standort das soziale Herz von Fürstenberg - eine Tradition, die sich vom einfachen Krankenhausalltag mit Gemüsegarten und Hausschlachtung bis hin zu einer hochmodernen Pflegeeinrichtung entwickelt hat, in der heute längst auch der digitale Wandel Einzug gehalten hat.

Den Grundstein legte bereits 1858 Graf Clemens August von Westphalen mit der Schenkung des Hauses "118" an die Gemeinde Fürstenberg. Seine Bedingung: Das Gebäude sollte als christliche Krankenanstalt von den Dernbacher Schwestern geführt werden, um die Pflege im ländlichen Raum zu sichern. Unter schwierigsten Bedingungen übernahmen die Ordensfrauen damals die Erstversorgung und Organisation. Noch heute erinnert die Kapelle "St. Clemens" im Gebäude an diese Pionierzeit. Sie dient - wie damals - den Bewohnerinnen und Bewohnern als Ort für Gebet und Besinnung.

Vom Wursten im Lagerraum zur professionellen Pflege

In den 1980er-Jahren wandelte sich die Krankenanstalt schrittweise zu einer Altenhilfeeinrichtung der Gemeinde. Rita Ringmann, die 1981 als Krankenschwester im Haus "St. Clemens" anfing, erinnert sich lebhaft an die improvisierten Anfänge: "Eine Krankenschwester lebte hier im Haus und regelte nahezu alles. Frauen aus dem Dorf erledigten die Hausarbeiten, das Reinigen und Kochen - und auch die Bewohnerinnen und Bewohner fassten mit an. Wir hatten sogar einen Gemüsegarten zur Selbstversorgung. Regelmäßig wurde im Dorf geschlachtet und im heutigen Lager gewurstet - da halfen alle gerne mit."

Mit dem Rückzug der Ordensschwestern und tiefgreifenden Veränderungen im Pflegesystem übernahm der Caritasverband im Dekanat Büren e. V. im Jahr 1986 offiziell die Trägerschaft. Christian Bambeck, Geschäftsführer des Caritasverbandes, erinnert sich: "Den damals Verantwortlichen der Caritas war sofort klar,  welches Potenzial das Gebäude für eine moderne Altenpflegeeinrichtung hat und auch, dass umfassende Bau- und Modernisierungsmaßnahmen erforderlich sind." Als Zeichen der Wertschätzung überreichte Caritas-Vorständin Antje Brüggemann dem Haus zum Jubiläums- und Sommerfest eine neue, schmucke Bank für den Garten, die zum Verweilen und Begegnen einlädt.

Mit dem Trägerwechsel hielten professionelle Strukturen, Dienstpläne und examinierte Pflegekräfte Einzug. Rita Ringmann blieb dem Haus über all die Jahrzehnte treu, wurde 1996 stellvertretende Pflegedienstleitung und vier Jahre später Pflegedienstleiterin. Rückblickend zieht sie eine rundum positive und dankbare Bilanz:

"Es war ein wunderschöner Beruf und eine unglaublich erfüllende Aufgabe, die Menschen hier über all die Jahre begleiten zu dürfen. Der Zusammenhalt im Team und die familiäre Atmosphäre haben das Haus ‚St. Clemens‘ für mich zu einer echten Herzensangelegenheit gemacht."

Bis heute ist sie dem Haus eng verbunden und besucht dort regelmäßig Verwandte; letztes Jahr feierte die Schwester ihres Vaters ihren 100. Geburtstag im Haus "St. Clemens."

Großprojekt Umbau und digitaler Fortschritt: Hand in Hand für die Zukunft

Um den Anforderungen einer zeitgemäßen Altenpflege gerecht zu werden, wurde das historische Areal ab Ende der 1990er-Jahre umfassend weiterentwickelt. Karl Jansen trat am 2. Februar 1997 seinen Dienst in der Haustechnik an und geriet mitten in die heiße Phase der Modernisierung: "Ich habe mir als erstes einen Überblick über alle anfallenden Tätigkeiten verschafft, wurde den Schwestern vorgestellt und legte los."

In einem mit Charme besetzten Altbau sind so über die Jahre Strukturen für eine sehr warmherzige, respektvolle Pflege und Betreuung entstanden. Dabei zeigt sich das Haus modern und zukunftsorientiert: Elemente des digitalen Wandels wurden und werden immer wieder fest in den Arbeitsalltag integriert. Die Dokumentation über Tablets und ganz aktuell über ein sprachgesteuertes, auf KI-basierendem System erleichtern den Mitarbeitenden die Arbeit spürbar und eröffnen wertvolle neue Zeitressourcen für die direkte Arbeit mit den Bewohnern.

Im Zuge der historischen Umbauarbeiten erhielt auch das Herzstück des Hauses mehr Raum: Die Kapelle "St. Clemens" wurde vergrößert, und aus einem ehemaligen Bewohnerzimmer entstand die heutige Sakristei. Neben neuen Gebäudeteilen hielt auch die technische Infrastruktur Schritt: "In all den Jahren hat die Haustechnik einen irren Fortschritt gemacht - die Seilaufzüge von früher wichen hydraulischen Aufzügen. Auch die Sicherheitsstandards wie der Brandschutz und die Logistik in der Hauswirtschaft wurden wesentlich anspruchsvoller. Das war eine lebenslange Herausforderung - langweilig war es hier nie", schmunzelt Jansen, der seit fast 30 Jahren im Haus arbeitet.

Kaum waren der Neubau und die Modernisierung abgeschlossen, erweiterte der Caritasverband 1999 das Angebot und eröffnete direkt die Tagespflege. Ein weiterer Meilenstein folgte im Jahr 2017: Dank einer großzügigen Spende der Kolpingfamilie wurde die parkähnliche Gartenanlage neugestaltet. Heute komplettieren das barrierefreie, vierstöckige Gebäude mit zwei Personenaufzügen, die hauseigene Wäscherei sowie der weitläufige Garten direkt am historischen Schlosspark das Gesamtensemble des Hauses "St. Clemens".

Freizeitgestaltung mit digitalem Mehrwert

Zur abwechslungsreichen Freizeitgestaltung im Haus "St. Clemens" trägt längst auch modernste Technik bei. Ein echtes Highlight ist hierbei der CareTable: Dieser extra auf die Bedarfe älterer Mitmenschen abgestimmte Großbildschirm ist flexibel einsetzbar. Er dient als interaktive Spielfläche für verschiedene Gruppenspiele, wird zum Lesen oder Vorlesen von Zeitungen genutzt oder fungiert bei Bedarf als moderner Fernseher. So verbindet das Haus digitale Möglichkeiten optimal mit sozialem Miteinander.

Mitten im Leben der Gemeinde Fürstenberg

Der starke Zusammenhalt mit dem Ort zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Hauses: Was früher die Frauen aus dem Dorf waren, die tatkräftig beim Kochen und Reinigen mitanpackten, ist heute eine tief verwurzelte Gemeinschaft mit der gesamten Gemeinde Fürstenberg.

Bambeck betont: "Diese enge Anbindung an das Dorfleben steht für soziale Teilhabe. Mit der Profilschule gibt es seit Jahren das Projekt ‚Generationen verbinden‘, das für einen lebendigen Austausch zwischen unseren Bewohnern und den Schülern sorgt. Auch der Kindergarten Rappelkiste, der Karnevalsverein und die Schützen sind regelmäßig bei uns zu Gast. Die Kulturscheune mit Markt und Café in fußläufiger Entfernung sorgt zusätzlich für Abwechslung und echte Teilhabe."

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