Infoabend: Viele Konflikte mit an Demenz Erkrankten sind vermeidbar
Großes Interesse am Infoabend "Leben mit Demenz" in Büren
Büren (26.02.2026) - Demenz verändert Wahrnehmung, Gedächtnis, Orientierung und die Fähigkeit, Gefühle zu regulieren. "Viele Konflikte mit an Demenz Erkrankten lassen sich vermeiden, wenn man typische Auslöser kennt und den Alltag entsprechend gestaltet", sagte Stephan Ihmor, Einrichtungsleiter des auf Demenz spezialisierten Pflegeheims "Haus Emma Rose" in Haaren bei einem Informationsabend der Caritas in der Bürener Tagespflege "St. Nikolaus", der außerordentlich gut besucht war.
Mit einem Poetry Slam näherte sich Ihmor dem Thema auf künstlerische Weise. Die Reaktionen der rund 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen fielen dabei gemischt aus. Viele empfanden den Vortrag als furchtbar und beängstigend, zugleich aber auch als erschreckend vertraut. Gerade diese Ambivalenz spiegelte wieder, wie herausfordernd und emotional das Thema Demenz für Betroffene und Angehörige ist.
Ein zentraler Aspekt des Abends war der Umgang mit Betroffenen im Alltag. Ihmor machte deutlich, dass Erkrankte nicht ständig verbessert oder in ihrem Verhalten korrigiert werden sollten. Solange ihr Tun nicht gefährlich ist, gelte es, sie darin zu bestärken und anzunehmen, statt auf "richtig" oder "falsch" zu bestehen. Ein permanentes Berichtigen - etwa durch Sätze wie "So macht man das doch gar nicht." oder "Das habe ich dir eben schon gesagt." - löse häufig Trauer, Frust, Wut oder Angst aus. Entscheidend sei es daher, Sicherheit zu vermitteln, positive Gefühle zu stärken und den Betroffenen mit Geduld und Wertschätzung zu begegnen.
Neben praktischen Tipps zur Alltagsgestaltung wurden auch Unterstützungs- und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige vorgestellt. Die Teilnehmenden nutzten im Anschluss die Gelegenheit zu Fragen und zum persönlichen Austausch, was das große Interesse an dem Thema unterstrich. Der Infoabend machte deutlich: Gute Information kann helfen, Ängste abzubauen und mehr Sicherheit im Umgang mit Demenz zu gewinnen - ein wichtiger Schritt für Betroffene wie für ihre Familien. Ihmor: "Konflikte entstehen oft nicht durch das Verhalten des Menschen mit Demenz, sondern durch die Erwartung, dass sie sich wie früher verhalten. Wenn man akzeptiert, dass die Realität der Person eine andere ist, wird der Umgang leichter und liebevoller."